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Kolumne
Eis mit Dönergeschmack

Jenny Theiler Potrait
Jenny Theiler Potrait FOTO: LR
Die eierlegende- Wollmilchsau-Mentalität, die der Deutsche so liebt, macht sich auch in der Gastronomie breit. Unter den hiesigen Gastronomen und Imbissbesitzern läuft offenbar ein inoffizieller Wettbewerb, bei dem es darum geht, möglichst viele Nationen auf der Speisekarte abzudecken, abgesehen von der eigenen.

Asianudeln beim Türken, Döner beim Asiaten, Pizza beim Griechen und natürlich überall deutsche Hausmannskost, scheint im Bistrogewerbe die Norm zu sein und wahrscheinlich stammt all das auch aus ein und der selben Fritteuse.

Das aktuellste Beispiel für kulinarische Verwirrung am Mittagstisch, ist das neue Dönerbistro in der Spremberger Straße. Sieht man von der Tatsache ab, dass die Altstadt damit über fünf Dönerläden in einem Umkreis von 200 Metern verfügt, ist das Speiseangebot des neuen Etablissements noch eine Spur fragwürdiger, denn der neue Imbiss verfügt auch noch über eine Eisdiele. Bedeutet das, dass ich demnächst meinen Döner mit Schlagsahne und Pommes mit Schokosoße bekomme? Und schmeckt das Eis nach Kalbfleisch oder Gemüse?

Wahrscheinlich denke ich ökonomisch unrentabel, aber ich halte eine klare Linie in einem gastronomischen Konzept nicht nur für sinnvoll, sondern auch für magenfreundlicher. Dennoch scheint die Döner-Eisdiele in der Sprem bisher sehr gut anzukommen. Mein neuer Vorschlag für das nächste Gaststätten Pilotprojekt: Sushi beim Italiener.