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Ziegelbrennofen Cottbus
Deckel drauf – und dann ist Ruhe?

Angelika Brinkop
Angelika Brinkop FOTO: LR / Sebastian Schubert
Archäologen sind geduldige Menschen. Sie buddeln wochenlang in der Erde, gehen behutsam mit Pinsel und kleiner Schaufel los, um Zeugnisse aus früherer Zeit offenzulegen.

Und wenn sie dann einzelne Säugetierknochen, Münzen, Tonscherben oder Grabbeigaben entdecken, schlägt ihr Herz höher.

Als bei Bauarbeiten für Wohnungen am alten Wichernhaus, direkt an der historischen Stadtmauer, ein sehr gut erhaltener Teil eines Ziegelbrennofens aus dem 14./15. Jahrhundert gefunden wurde, war das nicht nur für die Archäologen eine Sensation. Der Ofen wurde aus Lehm und ungebrannten Ziegeln errichtet, die Wände sind noch bis in eine Höhe von 1,60 Meter erhalten.

Viele Cottbuser haben sich gewünscht, dass der Ofen der Nachwelt erhalten bleibt, und zwar so, dass man ihn auch sehen kann.

Die Idee, den historischen Fund aus dem Mittelalter unter Glas zu erhalten und für alle sichtbar zu machen, wäre für Cottbus mit Sicherheit ein Highlight für Einheimische und Touristen gewesen.

Die Abdeckung des Ziegelbrennofens ist mit Sicherheit die einfachste und die preisgünstigste Variante. Das erfolgt nach dem Motto: Sollen sich doch Generationen später die Menschen Gedanken machen, ob sie irgendwann den Fund bergen oder auch nicht. Den Investor wird’s freuen, für Cottbus ist es aber ein Armutszeugnis. Also Deckel aus Erde drauf – und irgendwann geben die Kritiker Ruhe.