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Kolumne
Am Aufräumen führt kein Weg vorbei

Bernd Töpfer
Bernd Töpfer FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Sebastian Schubert
Einst bin ich durch die Lieberoser Heide geradelt ein. Nein, nicht mitten durch das Sperrgebiet. Sondern schön auf der Straße entlang Und zwar dann, als der Asphaltstreifen zwischen Lieberose und Drachhausen mal offen war.

Es kam nicht sehr oft vor, dass die  Panzer der Roten Armee mal nicht durch die Sandwüste gerast sind, um für den Ernstfall, den niemand wirklich wollte, gerüstet zu sein. Neugierig guckte ich dann immer auf die weiten Sandflächen links und rechts der Straßen. Vielleicht war ja doch etwas zu entdecken!

Das ist schon Jahrzehnte her. Mittlerweile fahren keine Panzen mehr durch die Lieberoser Heide. Das Gefährlichste sind vermutlich Wölfe, die durch die Gegend streifen.

Doch den Ernstfall gibt es immer noch. Regelmäßig im Sommer, wenn es längere Zeit trocken geblieben ist, tritt dieser Ernstfall ein: Die Heide fängt zu brennen an. Und vor allem in den kritischen Bereichen, in die sich keiner so wirklich reintraut.

Die Angst ist zu groß, mit einem Feuerwehrauto auf eine alte Miene russischer Bauart zu fahren. Explosionen von Altmunition könnte Opfer fordern. Spätopfer des kalten Krieges wären das dann.

Der Fall der Mauer jährt sich 2019 zum 30. Mal. Der Truppenübungsplatz ist 1992 geräumt worden, als die Sowjetarmee nach Hause fuhr. Und allerdings ziemlich viel Schrott hinterließ.

Längst ist es an der Zeit, in der Heide aufzuräumen. An dieser Arbeit wird kein Weg vorbeiführen.