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Stollenverkostung
Die Stollenzeit ist eingeläutet

Großer Andrang bei der Verkostung der Stollen der Lausitzer Bäckerinnung.
Großer Andrang bei der Verkostung der Stollen der Lausitzer Bäckerinnung. FOTO: LR / Angelika Brinkop
Bei strahlendem Sonnenschein und fast spätsommerlichen Temperaturen ist der Gedanke an Weihnachtsgebäck noch ganz weit weg ist. Dennoch hat die die Lausitzer und Spreewälder Bäcker- und Konditoren-Innung am Mittwoch in der Cottbuser Spreegalerie ihre öffentliche Stollenprüfung durchgeführt.

Während die Prüfer feste Kriterien wie Konsistenz, Krume oder Aussehen bei der Stollenprüfung anlegen, geht es beim Publikum ausschließlich um den persönlichen Geschmack. Und über den lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Die Stollenfreunde sind trotz des eher spätsommerlichen Wetters in die Spreegalerie gekommen, um den Publikumsliebling zu küren.

Und auch die Lausitzer Woche hat den Test gemacht und von allen 25 Stollen probiert.  Dabei hat sich herausgestellt, die Geschmäcker  halt sehr unterschiedlich sind. Relativ einig waren sich alle Redakteure darüber, wie ein guter Stollen schmecken muss. „Er sollte saftig sein, keine künstlichen Aromen haben und nicht überwürzt sein“, sagt Ida Kretzschmer. Sie findet Experimente wie mit Cranberry oder Trockenfrüchten gut, aber sie liegen bei ihrer Bewertung nicht ganz vorn. Antje Posern möchten den Stollen nicht zu trocken, ausgewogen von den Gewürzen und auf keinen Fall so süß. Auch Lydia Schauff liebt Stollen, der möglichst feucht ist. Er darf allerdings nicht so viel Rosinen und Orangeat haben. Producer Sebastian Schubert möchte den Stollen „klinschig“, ohne dass er gleich zerfällt. Stollen, bei dem die Rosinen in Alkohol eingeweicht wurden, fallen bei ihm durch.

Ich selbst zähle mich auch zur „klinschigen Fraktion“ und mag Stollen, der nicht so süß ist. Beim Test der Lausitzer Woche ist der Rosenenstollen mit der Nummer 25, ein Rosinenstollen der Bäckerei Bubner aus Doberlug Kirchhain, groß herausgekommen. Lecker fanden auch alle den Quarkstriezel von der Bäckerei Klinkmüller aus Luckau und den Mohnstollen der Bäckerei Anders aus Luckau. Aber, wir müssen zugeben, spätestens nach Stollen Nummer 15, hatten wir keinen richtigen Appetit mehr. Die Fachjury neutralisiert den Geschmack mit klarem Schnaps, wir haben auf Wasser und Tee zurückgegriffen.  Das Publikum in der Spreegalerie hatte andere Favoriten als wir. Es hat den Butterstollen der Bäckerei Merschank auf Platz 1 gewählt. Der zweite Platz geht an den Quarkstriezel der Bäckerei Klinkmüller. Platz 3 teilen sich Omas Butterstollen der Bäckerei Klinkmüller und der Mohnstollen der Bäckerei Dreißig.

Die Fachjury hat insgesamt 37 Stollen getestet. 22 erhielten das Prädikat sehr gut und 15 das Prädikat gut. Zu den Juroren gehört  André Bernatzky, Schulleiter der Akademie des Bäckerhandwerks. Er reist durch ganz Deutschland, um Stollen zu testen und stellt dabei große regionale Unterschiede fest. „In der Lausitz sparen die Bäcker nicht mit Butter“, so seine Erfahrung. Er selber mag den Stollen aus dem Erzgebirge, der eine dicke Schicht Butter und Zucker als Überzug hat.

Innungsobermeisterin Diana Lewandowski freut sich über die große Resonanz bei der Publikumsverkostung. Alle Bäcker haben ihre Stollen mit Liebe und vielen guten Zutaten gebacken. „Jeder Stollen schmeckt ein bisschen anders und jeder Stollen hat seine Liebhaber“, so dass Resümee von Prüfer Werner Klinkmüller. Mehr Bilder von der Verkostung gibt es unter www.lausitzer-woche.de/bilder

Die Fachjury macht den Qualitätstest: v.l.n.r. Thomas Schulze (Bäckerei Dreißig), André Bernatzky (Schulleiter der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks), Werner Klinkmüller und Hans-Werner Wahn.
Die Fachjury macht den Qualitätstest: v.l.n.r. Thomas Schulze (Bäckerei Dreißig), André Bernatzky (Schulleiter der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks), Werner Klinkmüller und Hans-Werner Wahn. FOTO: LR / Angelika Brinkop