| 15:46 Uhr

Ferien- und Urlaubszeit
Sommer, Sonne, Staugefahr

Bilder wie diese sind in der Ferienzeit in ganz Deutschland keine Seltenheit. Wegen starker Schäden am Beton sorgen insbesondere in Brandenburg viele Baustellen für kilometerlange Staus. Experten raten zu einer guten Vorbereitung.
Bilder wie diese sind in der Ferienzeit in ganz Deutschland keine Seltenheit. Wegen starker Schäden am Beton sorgen insbesondere in Brandenburg viele Baustellen für kilometerlange Staus. Experten raten zu einer guten Vorbereitung. FOTO: ADAC / Cornelis Gollhardt
Region. Für alle Urlauber, die mit dem Auto unterwegs sind, ist in diesem Jahr besondere Vorsicht geboten. Wie Sie trotz zahlreicher Baustellen sicher in die Ferien kommen, verraten Polizei und ADAC.

Der Eindruck von übermäßig vielen Baustellen im Süden Brandenburgs, die aktuell den Straßenverkehr beeinträchtigen, täuscht nicht. Egal ob auf Landstraßen oder Autobahnen – wer viel mit dem Auto unterwegs ist, wird früher oder später durch eine Baustelle ausgebremst. In der Ferienzeit macht sich dieses Problem besonders bemerkbar, da zahlreiche Staus zustande kommen können.

Die Gründe für die baufälligen Straßen sind verschieden, weiß auch Jörg Becker vom ADAC. „Der Hauptgrund für einen Großteil der aktuellen Baustellen ist der so genannte Betonkrebs“, erklärt der Verkehrsleiter des ADAC.

Als in den 1990er Jahren das Autobahnnetz rundum erneuert wurde, ist für den Beton ein Kiesel-Alkalien-Gemisch verwendet worden. Die chemische Reaktion zwischen den Alkalien und dem Zementstein kann zu schweren Schäden im Beton führen, was damals noch nicht bekannt war. „Es heißt, dass jede Autobahn eine Liegezeit von knapp 25 Jahren hat. Eine planmäßige Instandhaltung des brandenburgischen Straßennetzes wird jetzt vor allem durch den Betonkrebs umso nötiger“, betont der Verkehrsexperte.

„Wir haben sehr gute Straßen, die wir nicht zu Buckelpisten und Flickenteppichen verkommen lassen wollen“, sagt Jörg Becker. Deswegen müsse man auch die Instandhaltung der Autobahnen und Landstraßen in Zukunft anders planen. „Man kann die Fahrbahn provisorisch versetzen oder kürzere Bauabschnitte sperren, um den Verkehrsfluss nicht zu lange zu behindern“, empfiehlt der Verkehrsleiter.

Eine zusätzliche Belastung ist der Lkw-Fernverkehr. Allein in den vergangenen drei Jahren ist das Lkw-Aufkommen auf deutschen Autobahnen um bis zu 300 Prozent angestiegen. „Deswegen besteht mittlerweile die Urlaubs-Reiseverordnung. Diese regelt in der Ferienzeit in einigen Autobahnabschnitten ein Lkw-Fahrverbot am gesamten Wochenende. Davon ausgenommen sind Fahrzeuge mit Sondergenehmigung“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Ein geringeres Lkw-Aufkommen in der Ferienzeit, sei dennoch nicht erkennbar, räumt die Sprecherin ein.

Laut ADAC ist das Unfallrisiko  durch die hohe Baustellendichte deutlich höher, als noch im Vorjahr. Es habe auch bisher mehr Unfälle gegeben, als in der vergangenen Feriensaison, weil oftmals Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht eingehalten würden. Insbesondere Urlauber fühlen sich durch die Temposchilder provoziert. „Die stehen nicht ohne Grund da. Damit soll zum einen der Fahrbahnverschleiß eingedämmt werden und zum anderen ist überhöhte Geschwindigkeit auf bereits geschädigten Straßen sehr gefährlich“, ermahnt Jörg Becker.

Welche Straßen in den Ferien besonders stauanfällig sind, lässt sich nicht genau sagen. „Besonders kritisch sind alle Routen, die in beliebte Reiseregionen führen“, sagt Ines Filohn. Auf der gesamten A10 sind momentan besonders viele Baustellen. Erst im nördlichen Bereich Richtung A24 würde sich die Lage wieder etwas entspannen, meint Jörg Becker. Kritisch sei auch der Berliner Ring. Eine Abkürzung durch die Hauptstadt sei ebenfalls nicht ratsam.