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Drohnen und was man dabei beachten muss
Alles klar für den Drohnenflug – oder auch nicht

 Mit Drohnen lassen sich spektakuläre Aufnahmen machen – wie hier in Hohenleipisch. Um Unfälle zu vermeiden, Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten und sensible und sicherheitsrelevante Bereiche zu schützen, gibt es strenge Regeln.
Mit Drohnen lassen sich spektakuläre Aufnahmen machen – wie hier in Hohenleipisch. Um Unfälle zu vermeiden, Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten und sensible und sicherheitsrelevante Bereiche zu schützen, gibt es strenge Regeln. FOTO: VRS
Cottbus. Drohnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nicht nur gewerbliche Nutzer lassen Drohnen aufsteigen, auch Privatleute gehen immer häufiger mit einer Drohne auf Fotoflug. Doch was muss man dabei eigentlich alles beachten?

Je mehr Drohnen sich am Himmel tummeln, desto größer ist die Gefahr von Unfällen im Luftraum. Auch gefällt es nicht jedem Privatmann, wenn über seinem Grundstück eine Drohne kreist.

Darum hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in einer Drohnen-Verordnung die wichtigsten Regeln festgehalten. Doch die sind sehr Komplex und unterscheiden sich auch je nach Größe der Drohne. Und die Durchsetzung lässt sich auch nicht so einfach kontrollieren.

Während es für Drohnen mit einem Gewicht unter 250 Gramm kaum Beschränkungen gibt, müssen größere Drohnen gekennzeichnet sein. Ab einem Gewicht von zwei Kilogramm müssen die Besitzer spezielle Kenntnisse nachweisen, und ab einem Drohnen-Gewicht von fünf Kilogramm benötigt der Besitzer zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis, die von den Landesluftfahrtbehörden erteilt wird.

In Brandenburg gab es nach Polizeiangaben im Vorjahr 25 gemeldete Vorfälle mit Drohnen. In diesem Jahr wurden bereits 23 gemeldet. „Unsere Polizeikräfte werden regelmäßig an der Polizeischule zum Drohnenthema fortgebildet“, erklärt Andreas Heidenreich, Polizeihauptkommisssar bei der Polizeidirektion Süd. Sicherheitsrelevant könne es werden, wenn Drohnen unerlaubt über Flughäfen kreisen, wie beispielsweise in London Heathrow, wo Drohnen den Flugverkehr für mehrere Tage lahm gelegt hatten. Probleme mit Drohnen könnten in der Zukunft noch deutlich zunehmen, wenn beispielsweise Großfirmen wie DHL oder Amazon in den Markt einsteigen.

Über sensiblen Bereichen wie Flugplätzen, Industrieanlagen oder bei Rettungseinsätzen sind Drohnen verboten.

Auch die Persönlichkeitsrechte müssen geschützt werden. Dennoch passiert es immer wieder, dass eine Drohne über Privatgrundstücken kreist. Sich dagegen zu wehren ist gar nicht so einfach.

Betroffene Personen können gerichtlich eine Unterlassung und damit ein Flugverbot verlangen. Unter bestimmten Umständen halten Gerichte sogar das Abschießen einer Drohne für rechtmäßig. Das Amtsgericht Riesa hat 2018 einem Mann Recht gegeben, der eine über seinem Grundstück fliegende Drohne mit einem Luftgewehr vom Himmel geholt hat. Die Schadensersatzforderung des Piloten in Höhe von 1500 Euro wurde abgewiesen. Der Schütze konnte den Drohnen-Piloten nicht ausmachen, um ihm den Überflug zu untersagen und eventuelle Aufnahmen löschen zu lassen. Unter diesen Umständen hielt das Amtsgericht den grundsätzlich rechtswidrigen Abschuss durch den Selbsthilfe-Paragraf 229 BGB für gerechtfertigt. Dennoch ist Selbstjustiz nicht das Mittel der ersten Wahl.

Generell scheinen gerichtliche Auseinandersetzungen mit Drohnen-Piloten noch nicht so häufig zu sein. Die Rechtsanwälte Björn Blume aus Lübben und David Seiler aus Cottbus hatten bisher kaum Mandanten zu dieser Problematik.

Das Einhalten der Vorgaben hält auch Fotograf Mirko Sattler aus Lauchhammer für wichtig, der seit einem Jahr auch eine Drohne für Fotoaufnahmen einsetzt. Für spezielle Aufträge hole er sich auch eine behördliche Ausnahmegenehmigung. Ärger hatte er bisher noch nicht.

Wer seine Drohne mit in den Urlaub nehmen möchte, sollte sich vorher über die Drohnen-Gesetze des jeweiligen Urlaubslandes informieren. Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen sind übrigens Drohnen-Flüge untersagt.

 Drohnenflug zur Illustration Drohnengesetzgebung.- Drohne nahe Hohenleipisch. .Achtung! Die angegebene Höhe ist die Meereshöhe. Es müssen vom angegebenen Wert 132 Meter abgezogen werden! Die Höhe über Boden beträgt max. 100 Meter. .
Drohnenflug zur Illustration Drohnengesetzgebung.- Drohne nahe Hohenleipisch. .Achtung! Die angegebene Höhe ist die Meereshöhe. Es müssen vom angegebenen Wert 132 Meter abgezogen werden! Die Höhe über Boden beträgt max. 100 Meter. . FOTO: VRS