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Der große Spieletest
Bis der Kessel platzt

Die Spielbücher zeigen an, wie viel die Zutaten kosten und was man mit Ihnen machen kann. Nicht immer versteht man gleich, was gemeint ist.
Die Spielbücher zeigen an, wie viel die Zutaten kosten und was man mit Ihnen machen kann. Nicht immer versteht man gleich, was gemeint ist. FOTO: Schmidt Spiele
Spieler mischen und rühren Heiltränke aller Art an und sammeln dafür Zutaten in Chipform. Nur vor den Knallerbsen sollte man sich besser in Acht nehmen. Das Kennerspiel des Jahres 2018 macht jede Menge Spaß – wenn man denn erstmal die Anleitung verstanden hat.

In insgesamt neun Spielrunden brauen die Spieler in „Die Quacksalber von Quedlinburg“ Tränke, die mit jeder gezogenen Zutat immer wertvoller werden. Dabei sollte man allerdings auch immer ein Auge auf die Knallerbsen haben. Kommt man nämlich über einen bestimmten Wert, explodiert die bunte Mischung. Diese besteht aus so exotischen Zutaten wie Fliegenpilzen, Kürbissen oder Totenschädeln. Wer mag nicht von diesem köstlichen Trank kosten und die wundersamen Heilkräfte an sich spüren?

Auch wenn es im Spiel immer mal wieder frustrierende Elemente gibt und man sich fragt, wieso kann ich bei so vielen Chips immer noch Knallerbsen ziehen, so überwiegt dennoch das positive Spielerlebnis. Trotz des Glücksfaktors beim Ziehen der Chips kann man über sinnvolle Käufe einen passenden Nachziehbeutel zusammenstellen. Explodiert der Trank allerdings, ist er weniger wertvoll. Für jedes Gebräu gibt es nach einer Spielrunde Belohnungen in Form von Siegpunkten und neuen Chips – oder eben nur eines von beiden, falls der Kessel vorher explodiert ist.

Darum herum sind noch weitere Regeln gestrickt. Außerdem gibt es mehrere Spielvarianten, so dass es nicht zu schnell langweilig wird. Das Spielmaterial ist sehr wertig verpackt. Die Vorbereitung bis zum ersten Spiel dauert allerdings extrem lang. Allein das Ausstanzen der vielen verschiedenen Teile nimmt mindestens 30 Minuten in Anspruch. Die Spielanleitung ist äußerst komplex geschrieben. So gaben vier Redakteure nach einer Stunde lesen auf und mussten sich ein Erklärungsvideo aus dem Internet anschauen, um das Spiel endlich zu verstehen.

Nach den ersten Runden verinnerlicht man das Spielprinzip allerdings grob. Dennoch muss es sicher häufiger gespielt werden, bis alle Regeln zu 100 Prozent sitzen. Zu Beginn sollten nicht ausschließlich Kinder spielen – ein Erwachsener muss zwingend die vielfältigen Abläufe zu erklären.

In jeder Runde wird eine Ereigniskarte gezogen, die für jeden Spieler gilt.
In jeder Runde wird eine Ereigniskarte gezogen, die für jeden Spieler gilt. FOTO: Schmidt Spiele

Die Materialien sehen toll aus aber sind sehr bunt, gute Augen sind von Vorteil. Kinder könnten hier schnell reiz überflutet werden. Für ein schnelles Spiel am Weihnachtsabend sind die „Quacksalber von Quedlinburg eher nicht zu empfehlen. Vielspieler finden allerdings ein flott zu spielendes und spannendes Spiel vor, das über viele Partien hinweg abwechslungsreich bleibt. Eine Partie nimmt je nach Spieleranzahl ungefähr 45 Minuten in Anspruch.

Die Quacksalber von Quedlinburg von Schmidt Spiele

Geeignet für: 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren

Preis: 24,99 Euro

Gesamturteil: ★★★★✰