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Tag des offenen Denkmals
Orte, die Geschichte atmen

Zum Tag des offenen Denkmals können sich Besucher auch ein Bild von den Restaurationsarbeiten im Orientzimmer im Schloss Branitz machen. Im Bild: Restauratorin Andrea Strietzel.
Zum Tag des offenen Denkmals können sich Besucher auch ein Bild von den Restaurationsarbeiten im Orientzimmer im Schloss Branitz machen. Im Bild: Restauratorin Andrea Strietzel. FOTO: Michael Helbig
Region. Jedes Jahr öffnen am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten ihre Türen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Architektur- und Geschichtsliebhaber sind überall zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen.

Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September können Besucher im Schloss Branitz ab 11 Uhr bei einer Führung mit der Kustodin mehr über die Restaurierungsarbeiten im Orientzimmer erfahren. Im November 2017 begann die restauratorische Untersuchung der drei Orientzimmer, die sich im Obergeschoss des Schlosses Branitz befinden. Fürst Pückler ließ sich diese Räume zwischen 1851 und 1865 höchst individuell einrichten. Die Wände und Decken beeindrucken bis heute durch eine abwechslungsreiche Malerei auf Papiertapeten und die zusätzlichen Verzierungen mit vergoldeten und versilberten Leisten, Spiegeln und Stuck.

Die Führung zum Tag des offenen Denkmals bietet Gelegenheit, die Räume während der Restaurierung zu besichtigen, berichtet von der Ausstattungsgeschichte und von den teils überraschenden Ergebnissen der bisherigen Untersuchung.

Aktuelle Ausgrabungen im Tagebau-Vorfeld Jänschwalde werden durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege gezeigt. Besucher können von 10 bis 18 Uhr Archäologen über die Schulter schauen.

Im Zuge archäologischer Erkundungsarbeiten hatten die Archäologen Überreste eines Pechofens entdeckt, die seit diesem Sommer ausgegraben werden. Von dem ehemaligen doppelwandigen Kuppelofen sind noch große Teile der Bodenwanne erhalten. Ausgangspunkt der aktuellen Grabungen war die Untersuchung eines Grenzhügels im Schnittpunkt der Gemarkungen Jänschwalde-Grießen-Taubendorf.

In den Abbauflächen des Tagebaus Jänschwalde liegen insbesondere am Rand des Neißetals Siedlungen der jungsteinzeitlichen Kultur mit Schnurkeramik und der Lausitzer Kultur. Ein weiterer Schwerpunkt der ganzjährigen archäologischen Untersuchungen sind die Holzkohlenmeiler des bisher größten untersuchten Köhlereigebietes der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Bei den aktuellen Ausgrabungen zeigte sich, dass der Malhügel Standort eines abgetragenen Pechofens war. Interessierte Besucher erreichen den Ausgrabungsort über die Verbindungsstraße zwischen den Ortschaften Grießen (über die B 112 kommend) und Jänschwalde-Ost (ausgehend von der B 96).

Interessantes zu entdecken gibt es auch im Schloss und und der 60 Hektar großen Parkanlage Altdöbern. Von 10 bis 17 Uhr sind Neugierige willkommen.

Zu besichtigen im Schloss sind die restaurierten Prunkräume im Erd- und 1. Obergeschoss mit Wandmalereien, Stuckaturen und Boiserien, die unter anderem von sächsischen Hofkünstlern des 18. Jahrhunderts stammen. Im Park kann man auf den wiederhergestellten historischen Wegeführungen wandeln, die sanierten Bereiche um das Schloss bis zum Salzteich anschauen und sich ein Bild von den umfangreichen Pflanzungen nach Plänen des Gartenkünstlers Eduard Petzoldt machen. Schlossführungen finden um 11, 13 und 15 Uhr statt. Parkführungen werden  10, 12 und 16 Uhr angeboten.

Der Bismarckturm in Burg (Spreewald) öffnet von 10 bis 18 Uhr für alle Besucher kostenfrei. Eine wechselvolle Geschichte ist mit dem Burger Wahrzeichen verbunden.

Über seine Entstehung vor über 100 Jahren, Zeiten des ideologischen Missbrauchs und eines unsicheren Daseins, über Neubeginn und Entwicklung zum beliebten Ausflugsziel erzählen acht Ausstellungstafeln, die im vergangenen Jahr anlässlich des 100. Geburtstages des Turmes entstanden sind.