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Neuer Job in der alten Heimat
Mit Berufserfahrung zurück in die Lausitz

Sascha und Antje Pichler sind mit ihren Kindern nach Cottbus zurückgekehrt. Hauptgrund sind die günstigeren Lebenshaltungskosten.
Sascha und Antje Pichler sind mit ihren Kindern nach Cottbus zurückgekehrt. Hauptgrund sind die günstigeren Lebenshaltungskosten. FOTO: Marion Hirche
Cottbus.. Für Familie Pichler aus Döbbrick wird es in diesem Jahr ein ganz besonderes Weihnachten. Hinter ihnen liegt ein anstrengendes Jahr. Sie sind vom hessischen Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis wieder in die Heimat gezogen.

Sascha und Antje Pichler haben eine neue Arbeit angefangen, die ein und vier Jahre alten Töchter haben sich bei Tagesmutti und in der Kita an eine neue Umgebung gewöhnt. Noch stehen im Wohnzimmer und im Flur die letzten Umzugskartons. „Es ist einfach nicht zu schaffen. Als wir hergekommen sind, haben wir erst mal die Küche, das Schlaf- und das Kinderzimmer fertig gemacht, um zu funktionieren. „Der neue Job, die Kinder die, sich auch umgewöhnen müssen, da bleibt wenig Zeit“, beschreibt die  junge Mutti  die jetzige Situation.

Die 32jährige hat ihren Mann vor 14 Jahren über Freunde kennengelernt. Sie ist aus Cottbus, er stammt aus Hessen. Der Liebe wegen wechselte er den Studienort und das Studienfach,  wurde Student für Wirtschaftsmathematik an der BTU. Als Antje 2005 ausgelernt hatte, wurde sie nicht übernommen. So entschlossen sich die jungen Leute in Saschas Heimat zu wechseln.  Sascha begann bei Mannheim eine Lehre  zum IT-Systemkaufmann und Antje fand sofort eine Anstellung als IT-Supporterin, allerdings war damit ein weiter Arbeitsweg verbunden. 2011 wurde geheiratet. 2013 und 2016 kamen die Töchter auf die Welt.

Allerdings sahen die jungen Leute ihre Lebensträume in weite Ferne gerückt: „Wir möchten irgendwann mal ein eigenes Haus haben. Das  ist dort fast unmöglich, weil die Preise unbezahlbar sind und auch die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind. Allein die Kosten für die Kindereinrichtung sind ziemlich heftig“, sagt Antje Pichler. So reifte Ende letzten Jahres die Idee, wieder zurück nach Cottbus zu gehen. Ab November wurden Bewerbungen geschrieben, im März gab es die ersten Vorstellungsgespräche und am Ende des Sommers hatten beide eine neue Arbeitsstelle nach ihren Vorstellungen in Cottbus. Antje Pichler arbeitet seit November im Kommunalen Rechenzentrum der Stadt Cottbus und ihr Mann als IT-Sicherheitsberater bei PBIT-Systeme GmbH. Sascha Pichler hat noch ein Fernstudium aufgenommen. Der Verdienst ist kaum geringer als bisher. „Ich kann jetzt sogar mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren“, freut sich Antje Pichler. Apropos Fahrrad, auch das ist für die Familie ein Vorzug hier: „Hier gibt es keine Berge, hier kann man gemütliche Fahrradausflüge machen“. In Döbbrick haben die Vier ihr neues Zuhause gefunden und garantiert wird auch irgendwann der Hausbau begonnen.

Sie freuen sich auf Weihnachten bei den Eltern von Antje in Sielow zusammen mit der Familie von Antjes Bruder.

„Wir sind mit mehrjähriger Berufserfahrung in die Lausitz zurückgekommen und werden gebraucht. Das ist ein gutes Gefühl“, sagt der junge Familienvater. ⇥