| 16:15 Uhr

Platanen
Wie geht es weiter mit den Platanen?

Die Zukunft der Platanen auf dem Altmarkt ist noch nicht endgültig geklärt.
Die Zukunft der Platanen auf dem Altmarkt ist noch nicht endgültig geklärt. FOTO: LR / Angelika Brinkop
Cottbus . Das grüne Dach der Platanen auf dem Altmarkt – auch Amtslaube genannt – ist in Gefahr. Die Stadt will das beliebte Platanen-Ensemble auf dem Altmarkt retten. Dafür wurden drei Varianten vorgestellt.

Von den einst zwölf Platanen stehen nur noch neun, damit lichtet sich das Dach allmählich. Der Standort ist schwierig für die Bäume. Und doch ist der Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen im Rathaus bemüht, dieses beliebte Baum-Ensemble zu erhalten. Dafür liegen nun drei Varianten vor. Sie wurden kürzlich Umweltausschuss vorgestellt.

Die ersten Schäden zeigten sich an der Amtslaube im Jahr 2015. In den folgenden drei Jahren wurde jeweils ein Baum gefällt und komplett entnommen. Ein Gutachten brachte die Gründe ans Licht: Zum einen bedeutet der Standort und der Verschnitt für die Bäume Stress. Aber das größte Problem ist die Bodenverdichtung. Das zeigte sich, als die eingegangenen Bäume ausgegraben werden. Die Wurzeln waren auch nach 17 Jahren nicht aus dem Ballen herausgewachsen. Anfang August wurde der Boden rund um die Wurzeln mit Lanzen und Luftdruckstößen aufgelockert. Zudem stehen Bewässerungssäcke an den Platanen.  Für die Zukunft der Bäume gibt es aus fachlicher Sicht drei Varianten, die  Mandy Hackel den Abgeordneten des Umweltausschusses vorgestellt hat.

1 Der Bestand wird in seinem jetzigen Zustand erhalten: Es bleibt bei den Lücken. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass die Bäume mit dem Standort besser zurechtkommen. Dann müsste die Stadt für die drei fehlenden Bäume rund 3500 Euro an Fördermitteln zurückzahlen. Gesamtkosten: 40 000 Euro.

2 Der Bestand wird erhalten und drei Bäume nachgepflanzt: Allein für die Nachpflanzung werden wegen des höheren Aufwandes und der höheren Qualität der Jungbäume 11 000 Euro fällig. Zudem sollen die Bedingungen für die neun Original-Bäume verbessert werden. Gesamtkosten: 47 000 Euro.

3 Alles wird neu gepflanzt: Das ist die aufwendigste Variante, bei der alle Bäume entnommen werden. Danach würde ein Bodenaustausch vorgenommen werden, Substrat eingebracht und ein Belüftungssystem. Hinzu kommt die Neupflanzung. Gesamtkosten: 65 000 Euro.

Die Verwaltung empfiehlt die kostengünstigste Variante 1. „Wir sollten die Rückzahlung des Fördergeldes in Kauf nehmen und in die Standortverbesserung für die verbleibenden Bäume investieren“, sagt Mandy Hackel. Im Umweltausschuss plädierte die Mehrheit allerdings für Variante 2 mit den Nachpflanzungen. Die birgt allerdings ein Risiko. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in der kommenden Zeit trotz aufwendiger Bemühungen weitere Original-Bäume eingehen.

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Bialas (CDU) hat die Idee ins Spiel gebracht, dass es vielleicht Baum-Paten für die Platanen geben könnte, den das Platanenensemble sei den Cottbusern ans Herz gewachsen.