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Tipps zum Schutz vor Ansteckung
Grippeviren im Anmarsch

Husten, Schniefen, Hals- und Gliederschmerzen: Eine Erkältung kann ganz schön zu schaffen machen. Am besten ist es, dass Immunsystem vorher zu stärken, damit die Viren keine Chance haben.
Husten, Schniefen, Hals- und Gliederschmerzen: Eine Erkältung kann ganz schön zu schaffen machen. Am besten ist es, dass Immunsystem vorher zu stärken, damit die Viren keine Chance haben. FOTO: ladysuzi/Fotolia / ladysuzi - stock.adobe.com
Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Auch in der Lausitz sind die Erkältungskrankheiten im Anmarsch.

„Eine triefende Nase, Hals- und Gliederschmerzen sowie ein dicker Kopf bedeuten nicht gleich eine echte Grippe, also eine Influenza“ erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf eine echte Grippe hinweisen und den Betroffenen zum Arzt führen sollten: Die Influenza befällt den Körper meist sehr plötzlich und mit voller Wucht. Müdigkeit und Abgeschlagenheit treten in der Regel stärker auf als bei einer Erkältung. Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber sind ebenfalls Hinweise auf die Influenza. Ältere, Kinder und Personen mit einer schweren Grunderkrankung, wie zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems, sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, selbst wenn die Symptome nicht eindeutig sind.

In der Rathaus-Apotheke Senftenberg verzeichnet Apothekerin Karla Luhan einen Anstieg bei der Nachfrage nach Erkältungsmitteln. Die ersten Grippe-Patienten seien schon aufgeschlagen. „Wichtig ist es, das Immunsystem vorzubereiten auf den Angriff der Viren. Der Körper muss fit sein“, so die Apothekerin. Wen es doch erwischt, der muss sich schonen. Das beste Hausmittel sei immer noch Erkältungstee und Bettruhe. „Ich empfehle Erkältungstee aus Granulat. Der löst sich komplett auf und hat mehr Wirkstoffe als normaler Tee. Er schmeckt nicht, aber er wirkt“, so Karla Luhan.

Auch in der Hausarztpraxis Weber und Peter in der Bautzener Straße 112 in Cottbus mehren sich die Erkältungskrankheiten. „Pro Tag haben wir im Schnitt zehn Neuerkrankungen“, sagt Dr. Norma Peter. Der überwiegende Teil der Patienten habe Atemwegsinfekte. „Diese sollten symptomatisch mit Hustensaft, Nasentropfen und den üblichen Hausmitteln behandelt werden“, rät die Medizinerin. Mit der Gabe von Anibiotika sei ihre Praxis eher zurückhaltend. „Bei Virusinfekten helfen Antibiotika auch gar nicht“, so die Hausärztin.

Vor allem aber ist die richtige Hygiene in der Grippezeit das A und O. Denn auch auf Türklinken, Tastaturen oder an Haltegriffen, zum Beispiel in Treppenhäusern, können sich die Viren festsetzen. Um die eigenen Abwehrkräfte zu stärken,sei es daher gerade in der kalten Jahreszeit ratsam, auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und genug Schlaf zu achten.

Damit es gar nicht erst zu einer schweren Grippeerkrankung kommt, sollten besonders gefährdete oder anfällige Personen wie Senioren, chronisch Kranke oder Menschen mit Immunerkrankungen sowie Schwangere rechtzeitig mit einer Grippeschutzimpfung vorsorgen. Bei der Impfung erhält der Körper einen sogenannten Totimpfstoff. Das Immunsystem erkennt ihn als Krankheitserreger und bildet deshalb Antikörper. „Noch ist die Zeit für eine Grippeschutzimpfung geeignet.  Vorausgesetzt, man ist infektfrei“, so Dr. Peter.

Von einer echten Grippewelle will man beim Landkreis Spree-Neiße aber noch nicht sprechen. Dafür gebe es derzeit keine Anzeichen, war von Matthias Händler aus der Pressestelle der Kreisverwaltung zu erfahren. „Im Frühwarnsystem, bei dem Arztpraxen und Kitas zu akuten Atemwegserkrankungen abgefragt werden, liegen die Zahlen auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau.“