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Cottbus
Evan Christ will Theater verlassen

Cottbus. Im Konflikt am Staatstheater Cottbus zwischen Generalmusikdirektor Evan Christ und dem Orchester ist keine Einigung in Sicht. Nun will Evan Christ das Theater zwar verlassen, lehnt eine Auszeit bis zum Ende der Spielzeit aber ab.

(red/abr) Im Konflikt am Staatstheater Cottbus zwischen Generalmusikdirektor (GMD) Evan Christ und dem Orchester ist keine Einigung in Sicht. Am Dienstag hat sich die Spitze des Stiftungsrats der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) mit Vertretern des Orchesters und der Opernsparte des Staatstheaters getroffen, um die Lage zu erörtern.

Den Vorschlag einer Auszeit bis zum Ende der Spielzeit zur Vorbereitung eines Mediationsprozesses sei Evan Christ nicht gefolgt. Vielmehr favorisiert der GMD eine Auflösung seines Vertrages. Die Theaterleitung bedauerte diesen Schritt.

In der vergangenen Woche hatten die 80 Musiker Evan Christ gebeten, zurückzutreten. Als Gründe wurden ein cholerischer Führungsstil, Beleidigungen, Schikanen und verbale Entgleisungen angegeben.

Die Vorwürfe sind nicht neu.  Bereits vor einem reichlichen Jahr hatte sich das Orchester gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Christ ausgesprochen. Dennoch hatte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) seinen Vertrag bis zum Jahr 2024 verlängert. Sie äußerte in dieser Woche, dass ihr das Ausmaß des Zerwürfnisses nicht bekannt gewesen sei.

Intendant Martin Schüler und Verwaltungschef Martin Roeder waren die tiefen Gräben bekannt. Sie waren jedoch von der künstlerischen Qualität von Christ überzeugt und hielten darum an ihm fest. Gespräche hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht.