| 18:41 Uhr

Beginn der Spargelernte in der Lausitz
Die Sonne lacht – der Spargel wächst

 Die Spargelspinne hebt die Folien an, sodass der polnische Erntehelfer Tadeuz Mikrut nur die Stangen stechen muss.
Die Spargelspinne hebt die Folien an, sodass der polnische Erntehelfer Tadeuz Mikrut nur die Stangen stechen muss. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Draußen wird es wieder wärmer und damit kommen auch die ersten Spargelköpfe aus dem Boden. In dieser Woche haben die Lausitzer Spargelbauern das erste Edelgemüse, das unter den Folientunneln gewachsen ist, aus dem Boden geholt.

Die Agrargenossenschaft Dürrenhofe (Unterspreewald) hat auf 40 Hektar Fläche Spargel angebaut, sieben Hektar bringen durch einen Folientunnel verfrühte Erträge. „Der Folientunnel ist wie ein kleines Gewächshaus. Die Sensoren haben angezeigt, dass wir oben teilweise über 30 Grad hatten, in 20 Zentimeter Tiefe noch 12 Grad. Da fängt der Spargel an, gut zu wachsen“, erklärt Geschäftsführer Uwe Schieban. Er versichert, dass der Spargel ein „Top-Qualität“ habe. In diesem Jahr sei der erste Spargel mit dem Datum 1. April sehr früh geerntet worden. Verkauft wird der Spargel im Hofladen in Dürrenhofe, aber auch an den Ständen in Lübben, Halbe, Burg oder Luckau. Und wie wird das Spargeljahr 2019? Da wagt Uwe Schieban noch keine Prognose. „Viele Spargelbauern vermuten durch die große Trockenheit im letzten Jahr geringere Erträge, aber da müssen wir erstmal den Temperaturverlauf abwarten“, sagt er.

Auch Spreewaldbauer Ricken hat bereits am letzten Wochenende den ersten Spargel mit Kartoffeln auf seiner Menükarte im Hofladen Vetschau gehabt. „Wir haben uns umgehört, wie er den Gästen geschmeckt hat und alle hatten den Daumen oben“, sagt Karl-Heinz Ricken. Bis zum Wochenende hofft er, alle Erdbeer-Verkaufsstände mit frischem Spargel beliefern zu können. Auch wenn die Erntekosten durch höhere Mindestlöhne gestiegen sind, will er an den Preisen des Vorjahres festhalten. Je nach Qualität liege der Kilopreis zwischen sechs und zwölf Euro.

Sorge, dass nicht genügend Erntehelfer zur Verfügung stehen, hat Ricken nicht. „Wir haben über Jahre ein funktionierendes System aufgebaut, um Mitarbeiter anzuwerben. Durch Mundpropaganda bringen Erntehelfer auch oft Familienmitglieder mit“, sagt der Spreewaldbauer. Allerdings gebe es beispielsweise mit Österreich einen ernsthaften Konkurrenten, der ebenfalls um Arbeitskräfte buhlt.

Eines der kleinsten und am weitesten östlich gelegenen Spargel-Anbaugebiete im Land Brandenburg ist Preschen in der Gemeinde Neiße-Malxetal (Spree-Neiße-Kreis). Durch die langanhaltende große Hitze im letzten Jahr war beim Spargelbetrieb Kaltschmidt der Spargel förmlich explodiert. Doch die Übermenge konnte durch die zu wenigen Erntehelfer nicht vom Feld geholt werden, zudem kam es zum Preisverfall – einmal wegen des Überangebotes, andererseits wegen der Niedrigpreis-Konkurrenz aus dem nahen Polen.

Als Folge reduzierte Geschäftsführer Gerald Kaltschmidt die Anbaufläche. Zudem hat er schon im vorigen Jahr zehn Spargelspinnen angeschafft. Die elektrogetriebenen Geräte heben vorne die Folie vom Erdwall an und schaffen so Platz für den Erntehelfer, der den Spargel stechen kann. Hinten legt die Spargelspinne die Folie wieder säuberlich aufs aufgehäufte Erdreich. „Damit können wir den Personalbedarf reduzieren“, so Gerald Kaltschmidt.

 Bei Ricken hat in Suschow die Spargelernte begonnen. Dank der Sonne wird mit Tageserträgen von einer Tonne und mehr gerechnet.
Bei Ricken hat in Suschow die Spargelernte begonnen. Dank der Sonne wird mit Tageserträgen von einer Tonne und mehr gerechnet. FOTO: Peter Becker
 Spargelanstich 2019 Foto: Peter Becker
Spargelanstich 2019 Foto: Peter Becker FOTO: Peter Becker
 Die Spargelspinne hebt die Folien an, sodass der polnische Erntehelfer Tadeuz Mikrut nur die Stangen stechen muss.
Die Spargelspinne hebt die Folien an, sodass der polnische Erntehelfer Tadeuz Mikrut nur die Stangen stechen muss. FOTO: LR / Steffi Ludwig