| 17:07 Uhr

Cottbus/Senftenberg
B 169 ist für Laster jetzt eine Sackgasse

 Schilder weisen auf das Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Von Süden aus geht es bis Klein Oßnig, von Cottbus aus bis Allmosen.
Schilder weisen auf das Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Von Süden aus geht es bis Klein Oßnig, von Cottbus aus bis Allmosen. FOTO: LR / Jan Augustin
Cottbus/Senftenberg. Auf der B 169 gilt jetzt ein Lkw-Durchfahrtsverbot zwischen Allmosen und Klein Oßnig – mit spürbar weniger Lastern auf der Strecke. Eine Kontrollstelle könnte bald eingerichtet werden.

(jag/abr) Seit Montag nun gilt auf dem Abschnitt zwischen der Autobahnabfahrt Cottbus-West und Allmosen ein Brummi-Durchfahrtsverbot. Zwar dürfen sie von Süden aus kommend bis nach Klein Oßnig fahren und von Norden bis nach Allmosen. Eine komplette Durchreise aber, etwa von Cottbus bis nach Senftenberg, ist für die großen Laster jetzt tabu.

Was bei lärmgeplagten Anwohnern verhaltenen Optimismus auslöst wird von Unternehmern kritisch beäugt. Für die regionale Wirtschaft soll das Verbot angeblich Mehrkosten von zehn Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Das will die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus errechnet haben. Die Summe ergäbe sich durch die längere Wegstrecke von mindestens 33 Kilometern über die Autobahn, die mit höherem Kraftstoffverbrauch und einer höheren Lkw-Maut einhergehen sollen. „Grundsätzlich begrüßen wir, dass die ursprüngliche Lkw-Vollsperrung der B 169 vom Tisch ist“, teilt IHK-Vizepräsident und Logistikunternehmer Jürgen Hampel mit. „Jedoch werden die Mehrkosten nicht alle Logistikunternehmen in der Lausitz dauerhaft überleben“, warnt er.

Er kritisiert, dass mit der Sperrung generell ein falsches Signal gesetzt werde und fordert, dass die Planungen für die sieben noch fehlenden Ortsumgehungen zwischen Cottbus und Schwarzheide schneller durch das Land Brandenburg angegangen werden müssen.

Der Erfolg der Maßnahme ist von vielen Faktoren abhängig, sagt Grit Klug, 1. Beigeordnete im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. „Die Einhaltung und Kontrolle des Durchfahrverbotes gehören ebenso dazu wie ein umfangreiches Monitoring.“

Wichtig sei es, den Transitverkehr auf der Autobahn zu halten und möglichen Ausweichverkehr über andere Routen zu verhindern. „Denn was nützt eine Entlastung entlang der B 169, wenn sich die Lkw-Fahrer andere Ausweichstrecken, beispielsweise von Bronkow über Calau nach Vetschau, suchen“, so Klug. Für Gerhard Düring aus Klein Oßnig sind regelmäßige Kontrollen der entscheidende Faktor. Allerdings habe er Bedenken, dass die Polizei dafür die nötige Kraft aufbringen kann.

Eine feste Kontrollstelle – wie von vielen gefordert und Verkehrsministerin Kathrin Schneider zugesagt – wird es aus Sicht der Polizei nicht geben. Das erklärt Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd. Dazu seien die örtlichen Gegebenheiten gar nicht geeignet und es wäre auch lebensgefährlich für die Polizisten. „Wir werden temporär kontrollieren. Mehr ist nicht möglich. Die Erwartungshaltung einer ständigen Kontrolle können wir nicht erfüllen“, sagt die Polizeisprecherin. Es gäbe auch kaum eine Möglichkeit, Lkws, die nicht zum Durchfahren berechtigt sind, auf der Strecke wenden zu lassen. Somit werde nur der Verstoß mit einem Bußgeld von 75 Euro geahndet.

 Schilder weisen auf das Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Von Süden aus geht es bis Klein Oßnig, von Cottbus aus bis Allmosen.
Schilder weisen auf das Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B 169 hin. Von Süden aus geht es bis Klein Oßnig, von Cottbus aus bis Allmosen. FOTO: LR / Jan Augustin