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Patchwork in Cottbus
Süchtig nach Stoffen, Faden und Nadel

Die Lausitzer Patchworkfreunde wollen über 100 phantasievolle Quilts in der Passage am Brandenburger Platz zeigen.
Die Lausitzer Patchworkfreunde wollen über 100 phantasievolle Quilts in der Passage am Brandenburger Platz zeigen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Lausitzer Hobbyquilter bereiten derzeit eine Ausstellung vor, die in der Passage am Brandenburger Platz Nr. 10 vom 28. November bis zum 1. Dezember zu sehen sein wird.

Wahre Kunstwerke aus Stoff liegen auf den Tischen des Soziokulturellen Zentrums in Cottbus-Sachsendorf ausgebreitet. 15 Frauen aus Cottbus und Spree-Neiße im Alter von 50 bis 81 Jahren treffen sich seit 20 Jahren regelmäßig, um Patchworkarbeiten herzustellen. Seit zehn Jahren haben sie ihr Domizil im Soziokulturellen Zentrum in Sachsendorf. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen. Dabei sind eine Lehrerin, eine Kinderärztin, eine Polizistin, aber auch eine Schneidermeisterin und zwei frühere Angestellte des Textilkombinates Cottbus (TKC) dabei. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind gewissermaßen süchtig nach Stoffen, Faden und Nadel. Denn Patchwork (Flickwerk) folgt dem uralten Prinzip „aus alt mach neu“. Und so werden nach eigenen Entwürfen vorwiegend alte Stoffreste zusammengenäht. Das kann per Hand oder Nähmaschine erfolgen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Am Ende werden drei Lagen übereinandergelegt, vernäht und es entsteht ein Quilt. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Steppdecke und ist vielseitig verwendbar.

Jetzt freuen sich die Lausitzer Hobbyquilter auf ihre große Ausstellung Ende November. „Wir wollen mit unserer Ausstellung daran erinnern, dass Cottbus eine Textilarbeiterstadt war und hier mehrere Tausend Menschen in der Textilindustrie gearbeitet haben“, erzählt Elise Gehlert, die in der Gruppe gewissermaßen die Fäden in der Hand hält. „Wir wollen zeigen, dass man sich auch hobbymäßig mit der Textilkunst beschäftigen kann. Denn es ist ein wunderbares Hobby für Senioren. Man trifft sich in der Gruppe, Finger und Geist werden bewegt, und es ist ein gutes Mittel gegen Einsamkeit, indem man soziale Kontakte pflegt“, so die engagierte Diplom-Betriebswirtin.

Die Lausitzer Hobbyquilter tun auch viel Gutes zur Unterstützung sozialer Projekte. So haben sie zum Beispiel in diesem Jahr schon zwanzig Herzkissen für Brustkrebspatientinnen genäht, die sie dem CTK spendeten. Und für das Pflegezentrum Mühleninsel der Medicus Cottbus GmbH entstanden drei Nesteldecken für demenzkranke Menschen, die mit ganz unterschiedlichen Stoffen und Materialien versehen sind, so dass sich die älteren Menschen mit diesen Dingen beschäftigen können und so vielleicht etwas an ihr früheres Leben erinnert werden.

„Wir sind so Patchwork-begeistert und süchtig nach Stoffen, Faden und Nadel, dass wir gar nicht mehr davon loskommen, es ist wie ein Virus,“, erzählen Elke Kern, Silke Junker und Elke Puder begeistert. „Immer wieder probieren wir neue Techniken aus, und das Ergebnis sieht jedes Mal unterschiedlich aus. Und das Schöne: Man hat immer ein Geschenk parat“.

Die Lausitzer Hobbyquilter wollen über 100 phantasievolle Patchwork-Arbeiten in der Passage am Brandenburger Platz zeigen.
Die Lausitzer Hobbyquilter wollen über 100 phantasievolle Patchwork-Arbeiten in der Passage am Brandenburger Platz zeigen. FOTO: Michael Helbig