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Blick auf das Wochenende
Domsdorfer Presse unter Dampf

 Katrin Brunk ist Bartholomäus Strauchwasser.
Katrin Brunk ist Bartholomäus Strauchwasser. FOTO: Landkreis Elbe-Elster / Holger Fränkel
Elbe-Elster. Von der Dampfpresse in Domsdorf bis zur Kirche in Döllingen: Am Sonntag wird zum Tag des offenen Denkmals eingeladen. In Mühlberg gibt es eine außergewöhnliche Führung.

Tausende Denkmale werden bundesweit am Sonntag, 8. September, öffnen. Die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz koordiniert diesen Tag und spricht von der größten Kulturveranstaltung im ganzen Land. Die Besucher sind aufgerufen, einen Tag lang das kulturelle Erbe zu erleben.

Im Landkreis Elbe-Elster haben sich 25 Teilnehmer auf der offiziellen Internetseite eingetragen. Die im Jahr 1739 errichtete Dorfkirche Döllingen ist darunter. Der kleine rechteckige verputzte Saalbau lädt die Besucher von 12 bis 16 Uhr zu Besichtigungen ein. Darüber hinaus öffnen die Gotteshäuser in Altbelgern und Martinskirchen (10 bis 17 Uhr).

Das Barockschloss Martinskirchen öffnet von 10 bis 18 Uhr. Den Besuchern bietet Simone Mägel um 10, 13 und 16 Uhr Führungen durch das in den Jahren 1752 bis 56 erbaute Schloss an. Ein Programm wie in den Vorjahren ist nicht vorbereitet, da im unweit gelegenen Riesa der Tag der Sachsen gefeiert wird. Die Heimatstube in Uebigau-Wahrenbrück und die Bockwindmühle Altbelgern ergänzen das Angebot zum Tag des offenen Denkmals.

Die Brikettfabrik Louise wird ebenfalls von 10 bis 16 Uhr Besucher empfangen. „Wenn die Werktore öffnen, stehen die Brikettpressen unter Dampf“, erklärt Mechthild Passeck. Mehrere Tage lang haben die Mitarbeiter von Museum und Förderverein das Denkmal auf den Tag vorbereitet. „Um 10.30 Uhr startet die erste Führung. Zum Abschluss erwartet die Besucher der Leerlaufbetrieb der alten Pressen“, erläutert Mechthild Passeck. Der ehemalige Presser Rolf Ungetüm wird die Maschine in Betrieb setzen. Gleichzeitig sind an diesem Tag Oldtimer-Zweiräder zur 6. Pedal-Rallye zu Gast. So hoffen ist, dass viele Besucher kommen. (Seite 2)

In Mühlberg ist der Tag des offenen Denkmals Anlass, eine historische Führung anzubieten. Um 14 Uhr soll es dramatische Szenen, Anekdoten und einen Schluck Strauchelwasser geben. Bartholomäus Strauchmann wird die Besucher bei dieser besonderen Führung im Museum Mühlberg 1547 in der für ihn typischen Kleidung leiten. Dabei verkostet er mit den Gästen das eigens nach ihm benannte Strauchelwasser. Er nimmt sich auch Zeit für die historische Brennerei und die Geschichten und Anekdoten, die man sonst nicht zu hören bekommt.

Strauchmann gab im April 1547 den entscheidenden Vorteil, der die Schlacht bei Mühlberg zugunsten der katholischen Liga Karls V. entschied: Bartholomäus Strauchmann, ein junger Bauer aus Mühlberg, den man danach als „Wegweiser, Gleitsmann oder Verräter“ beschimpfte.

„Was er uns heute zu berichten hat von den Tagen rund um die Schlacht bei Mühlberg, von dem dramatischen Szenario oder auch von Legenden, die sich um ihre Protagonisten wie Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, Kaiser Karl V., Landgraf Philipp von Hessen und Herzog Moritz von Sachsen ranken, werden Gäste am Sonntag erfahren“, erklärt Elbe-Elsters Kreissprecher Holger Fränkel. Kurzentschlossene können sich noch für die Führung anmelden unter der Telefonnummer: 035342 837002.

Informationen zum Tag des offenen Denkmal gibt es im Internet unter: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de

 Katrin Brunk ist Bartholomäus Strauchwasser.
Katrin Brunk ist Bartholomäus Strauchwasser. FOTO: Landkreis Elbe-Elster / Holger Fränkel