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Wo bleibt der Frühling?
Silberäffchen ist Miesewetter schnurz

Die Silberäffchen im Tierpark Cottbus finden die Leckerli, die Tierpfleger Ronny Jüttner zu verteilen hat, viel spannender als das Cottbuser Wetter. Denn: Dank Wäremlampen ist ihnen bei winterlichem Wetter niemals kalt.
Die Silberäffchen im Tierpark Cottbus finden die Leckerli, die Tierpfleger Ronny Jüttner zu verteilen hat, viel spannender als das Cottbuser Wetter. Denn: Dank Wäremlampen ist ihnen bei winterlichem Wetter niemals kalt. FOTO: Isabel Damme
Region. Es ist Frühling, zumindest seit 1. März meteorologisch. Aber Frühlingsgefühle sind bisher wohl bei niemandem auf­ge­kommen. In den letzten Tagen zeigten die Lau­sitzer Thermometer Minusgrade und es fiel Schneeregen. Die Silberäffchen im Cottbuser Tier­park lassen sich davon die Laune nicht verderben.

Denn während es draußen schneit und gefriert, wärmen sie ihre Rücken  einfach auf einer künstlichen „Sonneninsel“ mit Wärmelampen. Während sich Silberäffchen, Schildkröten und Bewohner des Vogelhauses künstlich bescheinen lassen, warten alle anderen Bewohner des Cottbuser Tierparks auf die richtige Sonne. Selbst die Humboldt-Pinguine freuen sich auf steigende Temperaturen.

„Es ist ein Trugschluss, dass sich alle Pinguine bei kaltem Wetter wohler fühlen“, erklärt Tierparkdirektor Jens Kämmerling. Für die nächsten Tage wünscht sich der Tierparkdirektor trockenes und sonniges Wetter. „Solche nasskalten Tage kann niemand gut leiden.“ Das Vogelhaus und das Gehege der Silberäffchen sind derzeit die wärmsten Plätzchen im Cottbuser Tierpark. Deshalb stört Silvana und Emilio die Kälte kaum. Die zwei Silberäffchen erkunden ihre Welt bei angenehmen Temperaturen drinnen.

Trotz kaltem Wetter lädt der Tierparkchef zu einem Spaziergang durch die Tierwelt ein. „Die Tiere sind momentan nicht ruhiger als sonst und somit gibt es viel zu sehen.“ Er erklärt, dass die Sonnenscheindauer viel mehr Einfluss auf die Tiere nimmt als die Temperatur. Wenn es im März jedoch nochmal zu Nachtfrost kommt, liegt ein besonderes Augenmerk auf den Enten. „Wenn sie ihr Gelege nicht bebrüten und somit warmhalten, könnten Schäden an den Eiern auftreten.“

Wie das Wetter bis Ostern werden soll, darüber reden vier Hobbymeteorologen aus der Region. besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Ostereier dieses Jahr auf weißem Grund gesucht werden müssen. Wenn Hobbymeteorologe Heido Briesemann die Werte der letzten Jahre betrachtet, kommt er zu folgendem Entschluss: „Aus Erfahrung tendiere ich zu durchwachsenem Osterwetter.“ Der Forster kann dabei auch Schnee nicht ausschließen.

Vermutlich kennt ja jeder die Faustregel „Von O bis O“, von Oktober bis Ostern, wenn es um den Reifenwechsel geht. Rudolph Kupfer, Hobbymeteorologe aus Lindenau bei Senftenberg, empfiehlt, mit dem Wechsel auf die Sommerreifen lieber noch abzuwarten. „Ich vermute, dass die Kälte uns noch eine Weile erhalten bleiben wird.“ Der Freizeit-Wetterforscher befürchtet Regenschauer und damit verbunden Glatteiswarnungen.

Klaus Hirsch aus Großkoschen beobachtet seit 15 Jahren das Wetter und hat unter www.wetter-board.de seither über 8000 Wettermeldungen veröffentlicht. Weil eine sichere Prognose über einen Zeitraum von mehr als zehn Tagen nicht möglich ist, stützt er sich auch auf die Auswertung seines Archivs.

Die Ostereiersuche fällt immer zwischen den  22. März und den 25. April eines Jahres. Klaus Hirsch resümiert: „Liegt Ostern im letzten Märzdrittel, ist  die Ostereiersuche im Schnee relativ hoch. Fällt Ostern ins zweite April-Drittel, sind frühsommerliche Temperaturen durchaus möglich.“ Dieses Jahr dürfen sich die Kinder bereits Anfang April auf die Osteiersuche freuen. „Meine Archivangaben für den Ostersonntag der vergangenen Jahre zeigen: Am 3. April 2015 lagen die Temperaturen zwischen ein und acht Grad und es gab Regenschauer.“ Der Blick in sein Wetteraufzeichnungen verrät, dass am 31. März 2013 fünf Zentimeter Schnee gefallen sind. Am 8. April 2012 sah es nicht viel anders aus: Schnee- und Graupelschauer bei minus 2 bis sechs Grad plus. Und auch am 4. April 2010 lagen die Tiefsttemperaturen unter dem Nullpunkt.

Ausgehend von den  Ergebnissen und seinen Erfahrungen als Hobbymeteorologe vermutet Klaus Hirsch, dass sich die Temperatur am diesjährigen Osterfest bei knapp unter zehn Grad plus einpegeln wird. „Über Wind und Regenschauer kann ich noch nichts sagen.“ Seiner Meinung nach kann man ab April von schönem Frühlingswetter ausgehen.

Der Hobbymeteorologe Frank Selbitz aus Lübben bemerkt: „April, April … Ostersonntag fällt auf den 1. April und so kann es schon passieren, dass uns das Wetter einen Streich spielt.“ Der Lübbener ist trotzdem auf den Frühling vorbereitet. Für die Ostertage hat er einen ganz besonderen Tipp: „Auf jeden Fall sollten die Eier bunt gefärbt sein, denn dann findet man sie auch im Schnee und ist auf der sicheren Seite.“