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Letzter Wunsch einer verstorbenen Lehrerin erfüllt
Schulen in Prösen haben grünes Klassenzimmer

 Das grüne Klassenzimmer für den Unterricht im Freien ist im Beisein aller Prösener Grund- und Oberschüler sowie der Lehrer und kommunaler Vertreter feierlich eingeweiht worden. Ein Programm mit Liedern und Texten gehörte dazu.
Das grüne Klassenzimmer für den Unterricht im Freien ist im Beisein aller Prösener Grund- und Oberschüler sowie der Lehrer und kommunaler Vertreter feierlich eingeweiht worden. Ein Programm mit Liedern und Texten gehörte dazu. FOTO: LR / Manfred Feller
PRÖSEN. Der letzte Wunsch der Ende 2016 verstorbenen Lehrerin Katlen Gängler hat sich damit erfüllt. Der Startschuss für einen Unterricht im Freien ist damit gegeben worden.

  Bis zu ihrem Tod im Dezember 2016 hat Katlen Gängler an ihre Schule in Prösen gedacht. Die Lehrerin und Vorsitzende des Fördervereins hatte in einem ihrer letzten Wünsche geäußert, bevor sie ihrem Krebsleiden erlag, dass während ihrer Beerdigung von Blumenspenden abgesehen wird und das Geld stattdessen dem Förderverein übergeben wird.

An der Schule reifte später ganz im Sinne von Katlen Gängler die Idee, so Ramona Naumann, Leiterin der Grundschule, ein großes, grünes Klassenzimmer in Ergänzung zum bestehenden Unterstand errichten zu lassen.

In der Folge gab die Familie der Verstorbenen weiteres Geld hinzu, Sponsoren halfen und es fand ein Spendenlauf statt. Schließlich unterstützte die heimische Firma Holz-Theile das Projekt mit „einem guten Angebot“, wie die Schulleiterin dankend betont. Mit Unterstützung des Bauhofes der Gemeinde Röderland wurde das grüne Klassenzimmer schließlich aufgestellt. Die Kosten hielten sich mit rund 8600 Euro im Rahmen.

Die feierliche Einweihung am Donnerstagvormittag auf dem Schulhof setzte den Schlusspunkt und ist gleichzeitig der Startschuss für den Unterricht im Freien. Von den Naturwissenschaften bis hin zur Kunst können viele Inhalte nun auch draußen vermittelt werden, heißt es.

Was im Sinne ihrer Tochter Katlen Gängler, die in diesem Jahr 52 geworden wäre, auf dem Schulhof entstanden ist, beschreibt ihre Mutter Rosemarie Müller mit den Worten „sehr schön“. Passend zum grünen Klassenzimmer hat ihr Mann Werner symbolisch eine Gießkanne übergeben. „Für uns ist es ein besonderer Tag.

Das Lehren und Lernen in der Natur war der Wunsch unserer Tochter. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben“, sagt Werner Müller, der mit seiner Frau in Bad Liebenwerda zu Hause ist.

Genügend Schüler, die das grüne Klassenzimmer nutzen können, sind da. Die einzügige kommunale Grundschule zählt mehr als 140 Mädchen und Jungen. Einige kommen auch aus dem angrenzenden Gröditz in Sachsen.

Je zwei Klassen je Klassenstufe hat die Oberschule. Die Schülergesamtzahl ist ähnlich der Grundschule. Allerdings wurde dort die Klassenstärke auf 18 Schüler begrenzt. Die Wünsche um Aufnahme übersteigen diese Grenze, so Schulleiterin Kerstin Jungnickel. Die Schüler kommen aus etwa 30 Orten bis aus Sachsen und Großkmehlen im Amt Ortrand. Die Oberschule ist eine von einem Förderverein getragene Privatschule.

 Das grüne Klassenzimmer für den Unterricht im Freien ist im Beisein aller Prösener Grund- und Oberschüler sowie der Lehrer und kommunaler Vertreter feierlich eingeweiht worden. Ein Programm mit Liedern und Texten gehörte dazu.
Das grüne Klassenzimmer für den Unterricht im Freien ist im Beisein aller Prösener Grund- und Oberschüler sowie der Lehrer und kommunaler Vertreter feierlich eingeweiht worden. Ein Programm mit Liedern und Texten gehörte dazu. FOTO: LR / Manfred Feller