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Bilanziert
Gewinner und Verlierer im Super-Sommer

Das Alte Moor im Naturschutzgebiet Loben ist ausgetrocknet. Die Aufnahme daneben zeigt das Gebiet das Gelände im vergangenen Jahr.
Das Alte Moor im Naturschutzgebiet Loben ist ausgetrocknet. Die Aufnahme daneben zeigt das Gebiet das Gelände im vergangenen Jahr. FOTO: Veit Rösler
Region. Der Sommer in diesem Jahr hat nicht mit Schlagzeilen gegeizt. Doch wer sind die Gewinner und wer die Verlierer des Super-Sommers 2018? Die LaWo hat sich in der Region umgehört.

Zweifelsfrei gehören die Feuerwehrleute zu den VERLIERERN. Der lange Sommer und die damit verbundenen Trockenheit haben zu hoher Brandgefahr und vielen Einsätzen geführt. Spitzenreiter sind die Feuerwehrleute in Spree-Neiße: Zu 141 Einsätzen mussten sie seit März ausrücken, hat Linda Gottschalk in der Leitstelle Lausitz zusammengezählt. In Dahme-Spreewald rückten die Floriansjünger 114 Mal aus. In Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster stehen knapp über 80 Einsätze zu Buche.

In Atem gehalten wurden die Ehrenamtlichen Feuerjäger in Finsterwalde. Dort wurden innerhalb einer Brandserie 21 Einsätze gezählt. Besonders waren allerdings die Kräfte bei den großen Waldbränden gefordert in der Lieberoser Heide und beim Waldbrand in Treuenbrietzen. Beim letztgenannten leisteten die Lausitzer reichlich Unterstützung. Nicht zuletzt sorgten die Großbrände im Reifenlager am Stadtrand von Senftenberg für eine angespannte Lage.

Die ganz großen Verlierer in diesem Sommer sind die Landwirte. Viel Sonne, fehlendes Wasser auf den Feldern haben bei einigen Ackerkulturen zu Totalausfällen geführt. „Die meisten Betriebe werden in diesem Jahr auf Unterstützung angewiesen sein“, sagte der Vorsitzende des Bauernverbands Südbrandenburg, Thomas Goebel. Selbst bei künstlicher Bewässerung sind nicht die Erträge wie in ‚normalen’ Jahren erreicht worden, so der Vorsitzende. Er sieht das gerade bei der Möhrenernte in der Göritzer Agrar GmbH. Die Tierwirte trifft es außergewöhnlich hart: Der erste Schnitt im Grünland reicht bei weitem nicht, um die Tiere zu versorgen. „Anfang des neuen Jahres werden die Vorräte aufgebraucht sein. Betriebe denken über Tierverkäufe nach“, sagt Thomas Goebel.

Die Kleingärtner dagegen zählen sich zu den des Jahres 2018. „Wir mussten zwar reichlich bewässern, die Rechnung wird hoch, doch die Erträge sind recht ordentlich“, sagte der Vorsitzende des Bezirksfachverbandes Calau/NL der Gartenfreunde Martin Kreuzberg. Die Erträge bei Äpfel, Birnen, Kirschen, Plaumen sind gut. Das Obst sei in diesem Jahr nicht madig, berichtet er. „In Sachen Gemüse waren bei Gurken und Tomaten die Erträge hoch“, resümiert er.

Die Freibäder konnte sich 2018 über einen Super-Sommer freuen. 20 000 Besucher mehr als im Vorjahr haben im Freibad Forst Abkühlung gesucht. Ob über den regulären Öffnungstermin hinaus gebadet werden kann, wird kurzfristig entschieden, wie Badleiter Lutz Berbig erklärte. Die Forster Schwimmhalle bleibt dagegen auf jeden Fall zu, denn ab 15. Oktober beginnt die umfassende Sanierung, die sich wohl bis in das Jahr 2020 hinzieht. Fast verdoppelt haben sich in dieser Saison auch die Besucherzahlen im Spremberger Freizeitbad Kochsagrund. Von Mitte Juli bis Anfang August wurden im Durschnitt pro Tag 1000 Badegäste gezählt.

Jede Menge zu tun hatte die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG. Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen und der fehlenden Niederschläge war der Bedarf an Trinkwasser von Mai bis August konstant hoch. So hat die LWG nach Auskunft von Pressesprecherin Martina Röwer im Juli einen neuen Monatsrekord aufgestellt: rund 743,300 Millionen Liter Trinkwasser hat das Unternehmen in sein Versorgungsgebiet eingespeist. Das sind über 100 Millionen Liter mehr als sonst im Juli der vergangenen zehn Jahre.

Dieser Sommer macht sich im Betriebsergebnis der LWG auf jeden Fall positiv bemerkbar. „Allerdings hatten wir auch erhöhte Aufwendungen und müssen für die Förderung des Rohwassers ein Wassernutzungsentgelt von 10 Cent pro Kubikmeter an das Land Brandenburg zahlen muss“, erklärt Martina Röwer.

Auf der Gewinnerseite des Sommers stehen auch die Eisdielen. „Wir haben etwa ein Drittel mehr Eis produziert als im letzten Sommer“, sagt Dana Bruntsch, Inhaberin der Eispause in Senftenberg und Großkoschen. Der Eiswagen am Strand, der nur bei Badewetter öffnet, sei fast den ganzen Sommer im Einsatz gewesen. „Von mir aus kann der Sommer ruhig noch weiter gehen, der Winter ist ohnehin lang genug“, sagt Dana Bruntsch.

Das Alte Moor im Naturschutzgebiet Loben ist völlig ausgetrocknet. Zum Vergleich danaben zeigt die  Aufbnahme den gleichen Steg im vergangenen Jahr. Fotos: Veit Rösler
Das Alte Moor im Naturschutzgebiet Loben ist völlig ausgetrocknet. Zum Vergleich danaben zeigt die Aufbnahme den gleichen Steg im vergangenen Jahr. Fotos: Veit Rösler FOTO: Veit Rösler