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Blutspender gesucht
Für den Notfall 0 Rhesus negativ

Foto: sebgross/fotolia
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Cottbus. Sommer, Sonnenschein und viele im Urlaub: In der Ferienzeit werden Blutspender gesucht, damit es keinen Engpass in der Versorgung gibt. Die Blutkonserven sind lediglich eine begrenzte Zeit haltbar.

Der Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes hat eine Dankeschön-Aktion gestartet. Im Sommer bedanken sich die Teams  auf allen Terminen mit einem Einkaufsshopper. „Damit wollen wir die Spender besonders motivieren, zur Abnahme zu gehen“, erklärt die Sprecherin des Instituts Kerstin Schweiger. In Berlin und Brandenburg werden täglich rund 650 Blutspenden gebraucht, um den Krankenhäusern und Arztpraxen kontinuierlich Blutpräparate bereitzustellen.

Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Das gespendete Blut wird zunächst in die Bestandteile Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Blutplasma und nach Bedarf in Blutplättchen (Thrombozyten) aufgeteilt.

Die Sommermonate stellen den Dienst vor eine besondere Herausforderung. Zudem haben die Blutprodukte nur eine kurze Haltbarkeitsdauer. Einige sind lediglich nur fünf Tage einsetzbar. „Beispielsweise, wenn in speziellen Fällen die roten Blutplättchen benötigt werden“, erläutert Kerstin Schweiger.

Nicht alle Blutgruppen kommen in der gleichen Häufigkeit in der Bevölkerung vor. Am gefragtesten vom Blutspendedienst sind die Blutgruppen, die am meisten gebraucht werden. Das sind A Rhesus positiv und 0 Rhesus positiv. Unbedingt notwendig sind auch Spenden von seltenen Blutgruppen, da es logischerweise nur weniger Spender gibt. Das sind AB , B und 0 Rhesus negativ. „Bei einer Spende muss die jeweils passende Blutgruppe zugeführt werden. Sonst kann es zu schwersten Abstoßungsreaktionen führen“, erläutert die Sprecherin. „Im Notfall kann die Blutgruppe 0 negativ als einzige allen anderen Blutgruppen zugeführt werden“, ergänzt Kerstin Schweiger.

In den Kliniken wird das Blut überwiegend bei Krebs und Herzerkrankungen verwendet. Ein Großteil wird darüber hinaus bei Geburten benötigt.

Das Rote Kreuz arbeitet weltweit nach den gleichen ethischen Normen. Die Blutspende muss freiwillig sein, und ein finanzieller Nutzen darf weder für den Spender noch für denjenigen der Beweggrund sein, der für die Blutentnahme zuständig ist. „Die Konserven werden an die Kliniken ausschließlich zum Selbstkostenpreis abgegeben. Dieser ist im internationalen Vergleich sehr niedrig angesetzt“, erläutert Kerstin Schweiger.

Alle durch die Abgabe von Blutpräparaten erzielten Einnahmen werden ausschließlich für die Deckung der Kosten für Personal, Material, beispielsweise Blutbeutel, Testbestecke, Fahrzeuge, Gebäude, Technik eingesetzt. Alle Einnahmen und Ausgaben sind in den Jahresabschlüssen dokumentiert, die regelmäßig veröffentlicht werden und damit jederzeit einsehbar sind.

Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 73. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt dies zu. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden liegen mindestens acht Wochen.