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Focus-Studie:
Spitzenplatz für Rheuma-Abteilung

 Im Fuß-Moor-Becken geht Patientin Lydia Breuer (55) aus Hildesheim – mit Therapeutin Elke Tandetzki (62) aus Saathain.
Im Fuß-Moor-Becken geht Patientin Lydia Breuer (55) aus Hildesheim – mit Therapeutin Elke Tandetzki (62) aus Saathain. FOTO: Veit Rösler
BAD LIEBENWERDA . Die Rheuma-Abteilung der Median Fontana-Klinik Bad Liebenwerda gehört nach einer Studie des Magazins „Focus Gesundheit“ zu den Top-Rehakliniken 2019. Die Indikation Reha ist zum ersten Mal bewertet worden.

Bad Liebenwerdas Klinik gehört nach „Focus Gesundheit“ zu den 16 Besten in Deutschland. „Wir haben von der Bewertung nichts gemerkt, uns auch nicht um den Titel beworben“, erklärt Chefarzt Dr. med. Wolfgang Lehmann-Leo. Die Bewertung, so ist der Focus-Übersicht zu entnehmen, resultiert im Fall der Bad Liebenwerdaer Einrichtung ausschließlich auf der Einschätzung von Ärzten und Patienten. „Das freut uns sehr“, sagt der Chefarzt, weil es für ihn aufzeige, dass sowohl niedergelassene Ärzte als auch Patienten die Qualität der rheumatischen Rehabehandlung in Bad Liebenwerda hoch einschätzen.

„Wir haben zwar auch unser eigenes, strenges Qualitätsmanagement. Wenn uns gute Leistungen aber von unabhängiger Seite bestätigt werden, bleibt das auch bei Rentenversicherungsträgern, die uns zum größten Teil die Patienten zuweisen, sicher nicht unbeachtet“, sagt er. Und noch ein Aspekt ist für ihn wichtig. „Wir stärken damit die Kurstadt und ihr Ansehen.“

Bad Liebenwerdas Rehaklinik verfügt insgesamt über 204 klinische Betten, davon 104 in der Rheumatologie und 100 in der Orthopädie. Ein Markenzeichen der Rheumaabteilung in Bad Liebenwerda ist die Behandlung mit Moor. „Das kostet uns zwar etwas mehr. Aber Moor ist nicht nur ein Wärme- oder Kältemittel, sondern durch die Inhaltsstoffe entzündungshemmend wirksam wie ein Arzneimittel“, sagt Dr. Lehmann-Leo.

Bad Liebenwerdas Rheumaklinik lässt mit einer weiteren Neuheit die Rehabranche aufhorchen. „Rheuma-aktiv 66+“ heißt das Projekt, das Dr. med. Joachim-Michael Engel, einstiger Chefarzt der Rheumaklinik und jetzt Rheumatologe im Epikur-Gesundheitszentrum, mit seinem Berufskollegen Dr. Wolfgang Lehmann-Leo an den Start bringen wird. Es richtet sich an Patienten, die nach ihrem 65. Lebensjahr an entzündlichem Rheumatismus neu erkranken und soll sie besser versorgen. Und deren Zahl steigt.

„Entzündlich rheumatische Erkrankungen treffen dabei auf einen alternden Organismus. Meist sind es auch Patienten, die ohnehin schon an anderen Krankheiten leiden und oft bereits zahlreiche Medikamente verabreicht bekommen“, beschreibt Dr. Engel die Zielgruppe, die auf rheumatische Neuerkrankungen in den vergangenen ein bis zwei Jahren beschränkt bleiben soll. In der Praxis erleben diese Patienten einen gewissen Leidensweg, bis sie zur fachlichen rheumatologischen Behandlung kommen. „Danach fallen sie durch das Raster, bekommen keine Reha-Behandlungen mit der Begründung, dass sie ambulant noch nicht ausbehandelt seien“, weiß Dr. Engel aus langer Berufserfahrung.

Auf dem Lande wiegt das doppelt schwer. „Wir wissen von niedergelassenen Ärzten, von Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, dass es ältere Menschen, die in ländlichen Räumen wohnen, schwer haben, ambulante Behandlungsmöglichkeiten zu erreichen. Um sie dennoch bei der Behandlung ihrer rheumatischen Erkrankungen zu unterstützen, wollen wir sie schulen“, sagt Dr. Lehmann-Leo.