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Städtepartnerschaft
Elsterwerda erneuert Partnerschaft mit Polen

ELSTERWERDA. In Bad Liebenwerda und Elsterwerda reichen die Beziehungen zu Städten in Nordrhein-Westfalen bis in die DDR-Zeit zurück.

(fc) In Elsterwerda war es ein Erstkontakt eines Webstuhlproduzenten aus Vreden zu einer Maschinenfabrik in Elsterwerda, der als Auslöser für eine Städtepartnerschaft gilt. Später war es das intensive Bemühen des Elsterwerdaer Juwelier- und Uhrmachermeisters Klaus Schmidtchen um eine Freundschaft, die schließlich 1990 offiziell besiegelt wurde. In Bad Liebenwerda hat vor allem die evangelische Kirche die Grundlagen für die längst festen Beziehungen zu Lübbecke gelegt.

Der Kontakt ins polnische Naklo geht nicht zuallererst auf Verwaltungsbeziehungen zurück. Hier war es Dr. Gustav Bekker, der sich um Versöhnung mit den Polen bemühte. Seit 1999 und damit exakt 20 Jahre gibt es diese Städtepartnerschaft. Das war Grund genug, beim Bürgerempfang kürzlich die Freundschaftsbande zu erneuern und mit einem Dokument und vier Unterschriften zu besiegeln, dass diese Partnerschaft weiterhin Bestand haben soll.

Später hatten die Elsterwerdaer Unternehmen Impulsa und Itec Kontakte nach Russland ins Spiel gebracht. Intensiv verfolgt wurde der Aufbau fester Beziehungen indes nie. Ganz anders sieht das nun aus, wenn es um mögliche Freundschaftsbande nach Hoštka in Tschechien geht. Denn diese Beziehungen gab es in den 1960/70er-Jahren schon mal. Es waren vor allem die damalige LPG „Einheit“ Elsterwerda und die Fußballer, die regelmäßig in die damalige Tschechoslowakei fuhren und Besuch empfingen.

Wilhelm Neustadt, damals Chef des Kreisstraßenunterhaltungsbetriebes, erinnert sich: „Das waren sehr angenehme Kontakte. Und sie waren unkompliziert. Die hiesige Landwirtschaft hat dort Ersatzteile für die tschechischen Maschinen, die hier im Einsatz waren, bekommen. Wir haben Teile für die deutschen Maschinen besorgt, die dort liefen.“ Klar, sei da manches „unter der Hand“ gelaufen und fast immer waren auch ein paar Kästen gutes tschechisches Bier im Spiel. Die Fußballer haben die Kontakte ausgebaut. Später spielten bei Rot-Weiß mehrere Tschechen.

 Gäste aus Hoštka hätten zumeist im Internat der damaligen Erweiterten Oberschule übernachtet und Fahrten nach Berlin unternommen. Hoštka ist seit 2006 wieder Stadt, wenn auch nur mit etwa 1700 Einwohnern. Mit Litoměřice (Leitmeritz) und der Lage an der Elbe gäbe es eine schöne Umgebung. Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich kann sich die Wiederaufnahme der Beziehungen gut vorstellen, war im Vorfeld des Bürgerempfangs ins Städtchen gereist und konnte mit Ilona Stieranková, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, bereits eine Abgesandte begrüßen. Die wiederum lud Elsterwerdaer ein, die alten Beziehungen aufleben zu lassen, zum Beispiel gleich mit einem Besuch zur 750-Jahrfeier am 7. September dieses Jahres. Wer unterwegs nach Prag sei, könne auch vorher gern einen Abstecher machen. Sollte eine offizielle Städtepartnerschaft begründet werden, müssten darüber die Elsterwerdaer Stadtverordneten befinden.