| 18:17 Uhr

Abschied für Dieter Herrchen
Adé nach 16 Jahren an Elsterwerdas Spitze

 Dieter Herrchen
Dieter Herrchen FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Die Amtszeit von Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) ist am Mittwoch, mit der Übergabe der Amtskette an seine Nachfolgerin Anja Heinrich (CDU), zu Ende gegangen.  16 Jahre hat der Mann, der im Vorjahr 65. Geburtstag gefeiert hat, an der Rathausspitze gestanden. 2001 ist er zum Bürgermeister gewählt worden, hat als Parteiloser für die damalige PDS in einer Stichwahl gegen Rudolf Scheibe (SPD) klar gewonnen. Die 16 Jahre seien erlebnisreich, spannend und fordernd gewesen, für die er private Belange stets zurückgestellt habe. „Bürgermeister sind Fußnoten in der Geschichte einer Stadt, nicht mehr und auch nicht weniger“, so sein Leitspruch.

Die Amtszeit von Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) ist am Mittwoch, mit der Übergabe der Amtskette an seine Nachfolgerin Anja Heinrich (CDU), zu Ende gegangen.  16 Jahre hat der Mann, der im Vorjahr 65. Geburtstag gefeiert hat, an der Rathausspitze gestanden. 2001 ist er zum Bürgermeister gewählt worden, hat als Parteiloser für die damalige PDS in einer Stichwahl gegen Rudolf Scheibe (SPD) klar gewonnen. Die 16 Jahre seien erlebnisreich, spannend und fordernd gewesen, für die er private Belange stets zurückgestellt habe. „Bürgermeister sind Fußnoten in der Geschichte einer Stadt, nicht mehr und auch nicht weniger“, so sein Leitspruch.

Die Situation des Wasser- und Abwasserverbandes, der in Schieflage geraten war und jetzt wieder konsolidiert dasteht, hat ihn stark gefordert. So auch die Konsequenzen, die der Verkauf des damaligen städtischen Wohnungsbestandes mit sich brachte. Noch heute muss die Stadt erhebliche Summen fürs Stadthaus bezahlen.

Er hadert mit sich, wenn er an seine große Vision Hochhaus auf dem Markt denkt – für ihn noch heute eine vertane Chance, „weil Investoren bereitstanden.“ Oder die Nachnutzung des Impulsa-Hochhauses. In seinem ersten Bürgermeisterwahlkampf hatte er sich dieses Objekt als dicken Brocken vorgenommen, ist an wechselnden Eigentumsverhältnissen jedoch stets gescheitert. Dass Elsterwerda noch immer keine Umgehungsstraße hat, die Hochwasserproblematik akut bleibt, obwohl er dafür alles in die Waagschale geworfen hat, ärgert ihn. Den Vereinen galt seine Aufmerksamkeit, vor allem der Feuerwehr. Er war nah dran an den Bürgern, auf der Straße sprechen ihn viele mit Du an.

Er ist in die Roben der Historischen Einkaufsnacht, in Fußballschuhe, die Badehose oder die Jeckenmütze geschlüpft, für den guten Zweck ging. Als Trompete und Flöte spielender Bürgermeister hat er ein Orchester auf die Beine gestellt und Spenden für Wasser- und Glockenturm gesammelt.

Mitunter war der einstige Offizier einigen zu generalstabsmäßig organisiert. Seine glänzenden rhetorischen Fähigkeiten, die ihm auch politische Gegner bescheinigen, waren in vielen Fällen entscheidend für Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung.⇥

2001: Das erste Foto des damaligen Bürgermeisterkandidaten Dieter Herrchen in der Lausitzer Rundschau. Die Zukunft des Impulsa-Hochhauses beschäftigte ihn.
2001: Das erste Foto des damaligen Bürgermeisterkandidaten Dieter Herrchen in der Lausitzer Rundschau. Die Zukunft des Impulsa-Hochhauses beschäftigte ihn. FOTO: Roesler Veit