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Vor Start in die Frühjahrssaison
Bibbern um Zukunft und um Pflanzen

Staudengärtner Klaus-Peter Manig bemüht sich darum, den Saxdorfer Pfarrgarten zu erhalten, hofft dabei auf Hilfe von der Kurstadtregion. Auf Hilfe von Petrus hoffen aktuell Gärtnereien in der Region, die aktuell mit der Frühjahrskälte zu kämpfen haben.
Staudengärtner Klaus-Peter Manig bemüht sich darum, den Saxdorfer Pfarrgarten zu erhalten, hofft dabei auf Hilfe von der Kurstadtregion. Auf Hilfe von Petrus hoffen aktuell Gärtnereien in der Region, die aktuell mit der Frühjahrskälte zu kämpfen haben. FOTO: Mona Claus
Region. Der Pfarrgarten Saxdorf startet diesen Samstag, 10. März, in die neue Saison. Es wird die erste ohne seinen Erschaffer Hanspeter Bethke. DIe Zukunft des Gartens steht noch in den Sternen.

 „Nun geht es darum, das Lebenswerk Hanspeters zu bewahren“, sagt Staudengärtner Klaus-Peter Manig. In einer bewegenden Trauerfeier haben Verwandte, Freunde und Weggefährten Mitte Februar Abschied vom Schöpfer des Gartenkunstwerks „Pfarrgarten Saxdorf“ genommen. Seine letzte Ruhe hat Hanspeter Betke neben dem Eingang der Saxdorfer Dorfkirche gefunden.

Nach wie vor ist die Zukunft des Pfarrgartens ungewiss. „Es gibt immer noch keine Lösungen zur Finanzierung“, sagt Klaus-Peter Manig. Nach seiner Schätzung sind etwa 50 000 Euro jährlich nötig, um den Garten zu erhalten. Manig hofft nun auf die Kurstadtregion, da diese über Möglichkeiten verfüge, Partner zu gewinnen und Fördermittel einzuwerben.

Doch jetzt steht am Samstag, 10. März, erstmal die Garteneröffnung auf dem Plan. Ab 10 Uhr werden Baumschulgärtner Roland Graeff, Gartenmitarbeiter Egbert Kritsch und Klaus-Peter Manig durch den Park führen. Außerdem will sich der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Saxdorfer Gartenliebhaber Stephan Hilsberg ab 13 Uhr ans Klavier setzen. Mit Hagen Engelmann wird ab 14.30 Uhr einer der bedeutendsten deutschen Schneeglöckchensammler zu einem Vortrag erwartet. Er wird Raritäten vorstellen. Übrigens: Es gibt Schneeglöckchenarten, bei denen eine Zwiebel mit bis zu 100 Euro gehandelt wird.

Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 10 Euro und fließt in den Erhalt des Gartens. Junge Leute bis 18 Jahre zahlen nichts, „weil wir wollen, dass sich auch Jugend für das Gartenkunstwerk interessiert“, sagt Manig und fügt an: „Über Spenden sind wir dankbar. Die benötigen wir, um den Garten erhalten zu können.“

Während der Pfarrgarten um seinen Zukunft bibbert, bibbern Gewächshausgärtner in Elbe-Elster um ihre Pflanzen. Die aktuelle Frühjahrskälte macht ihnen zu schaffen. Karin Tietze aus der Stechauer Gärtnerei hat deshalb ihr Nachtlager im Gewächshauskomplex. „Wenn in der Nacht die Heizung ausfällt, habe ich noch etwa vier Stunden Zeit, um eine Lösung zu finden. Dauert es länger, war’s das für die zarten Gurken- und Tomatenpflanzen.“ Die benötigen eigentlich um die 18 Grad, momentan fällt das Thermometer nachts auf etwa fünf bis sieben Grad. Seit der vergangenen Woche hat sie 4000 Liter Öl verbraucht. So heftig sei es das letzte Mal vor 22 Jahren gewesen.

 Rüdiger Winde von der Gärtnerei in Schönborn (Eichwald 7) sagt: „Mehr als 2000 Liter Öl habe ich schon verballert.“ Nachts steht er dreimal auf, um zu prüfen, ob die Heizung läuft. Die Gewächshäuser sind außerdem mit Noppenfolie eingepackt. Über die Stiefmütterchen im Kaltgewächshaus kommt Flies. Kleingärtnern empfiehlt er: Wo Hyazinthen, Osterglocken und Tulpen schon zu weit raus sind, noch mal Tannenzweige auf der Erde ausbreiten. „Das schützt die Wurzeln.“ Nun hofft er auf besseres Wetter. Schon dieses Wochenende, 10. und 11. März, steht, jeweils 10 bis 14 Uhr, die große Primelschau an. ⇥